Sonntag, 19. November 2017

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Haasenburg: Verhandlungstermin aufgehoben
Heimnachrichten 2017

Was darf ein Vater wissen?
Jugendämter 2017

Entschädigungen für weitere Heimkinder
Stiftung gegründet

Gefesselt und geknebelt     
Heimnachrichten 2016

Fiktiver Weihnachtsgruß an einen Neunjährigen   
Jugendämter 2016

Forschungsvorhaben vorgestellt
Heimnachrichten 2015

Kind tot-Wer hat versagt?    
Jugendämter 2015

An Staatsanwaltschaft in Erfurt
Betr. Finneck-Stiftung

Haasenburg wird geschlossen
Heimnachrichten 2013

Dernbacher Schwestern: Leidensgeschichte in der "Welt"
Gewalt als System

Experten unter sich
Fundsachen Gutachter

Impressum

Heinz-Peter Tjaden
Up´n Kampe 6
30938 Burgwedel

heinzpetertjaden02@gmail.com

Telefon 0152/34577775
www.heinzpetertjaden.de


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Jugendämter 2017

Besser als ihr Ruf

Jugendämter genießen deutschlandweit einen eher schlechten Ruf. Landauf landab haben die rund 600 Jugendämter mit nahezu immer gleichlautenden Vorwürfen beziehungsweise Vorurteilen zu kämpfen: sie schreiten zu spät ein und holen Kinder nicht aus den Familien. Sie schreiten zu früh ein und holen die Kinder ungerechtfertigt aus den Familien. Sie schreiten gar nicht ein – und Kinder sterben. Auch die Mitarbeiter des Jugendamtes im Landkreis Goslar kennen derartige Vorwürfe und wissen um die negativen Assoziationen vieler Bürger. Volker Weißbach, Leiter des Fachdienstes Sozialpädagogische Dienste des Landkreises Goslar, geht im Interview auf die größten Herausforderungen der Jugendämter ein, nennt Fallzahlen und erklärt, was aus seiner Sicht helfen könnte, um das Bild von Jugendämtern in der Öffentlichkeit zu verbessern.

Goslar regional, 29. Dezember 2016

Mail an die Redaktion


Dieses Interview offenbart eigentlich nur, dass hier wieder eine Katze um den heißen Brei schleicht. Das hat durchaus Jugendamts-Methode. Wie läuft eigentlich so ein Kindesentzug ab? Manchmal wie im Wilden Westen. Das Jugendamt klingelt frühmorgens aufgrund eines Verdachtes und nimmt das Kind mit. Unterstützung kommt von zwei Polizeibeamten. Manchmal werden Kinder auch aus dem Schulunterricht geholt. Jene Schulleiterin, die Jugendamt und Polizei am langen Arm hat verhungern lassen, bis das Kind vor der Behörde in Sicherheit war, ist doch schon Legende. Eltern sind erst einmal völlig wehrlos. Wenn Eltern Glück haben, gibt es sofort eine Anhörung vor Gericht. Dieses Glück haben Eltern aber nicht immer. Wo die Kinder gerade sind, erfahren die meisten Eltern auch erst einmal nicht.
Eltern, die sich wehren wollen, gehen zu einem Anwalt. Der Anwalt verlangt Akteneinsicht. Das dauert. Nach Wochen oder sogar Monaten gibt es eine Verhandlung vor dem Familiengericht. Den Eltern wird erklärt, dass die Kinder bleiben, wo sie derzeit sind, es werde ein Gutachten eingeholt. Das dauert ebenfalls. Wie wir inzwischen wissen, ist die Hälfte der Familiengutachten falsch oder mangelhaft. Trotzdem folgen Gerichte fast immer der Gutachterempfehlung. Ausnahmen gibt es eigentlich nur, wenn das Jugendamt seine Auffassung durchdrückt, falls diese von der Gutachtermeinung abweicht.
Dann wird es noch unglaublicher, fast schon skandalös, ich kenne diese Begründung aus unzähligen Gerichtsbeschlüssen: Das Kind hat angeblich einen neuen Lebensmittelpunkt und soll dort zur Ruhe kommen, bevor Schritte zur Rückkehr des Kindes ins Elternhaus eingeleitet werden. Das Hilfeplangesetz wird schlicht ignoriert. Gehen Eltern gerichtlich dagegen vor, reagieren Jugendämter sauer: “’Sie sind nicht kooperativ.” Kooperativ ist man immer dann, wenn man einem Jugendamt nicht widerspricht. So muss man sich sogar verhalten, wenn man erfährt, dass die Kinder in der neuen Umgebung leiden!
Irgendwann verschanzen sich Jugendämter hinter dem Datenschutz, nehmen Hilfe von Dritten gar nicht an und machen einfach so weiter wie gehabt. Dazu ein Extremfall: Ein Jugendamt begreift, dass in einer niedersächsischen Einrichtung katastrophale Zustände herrschen und holt ein Kind dort heraus. Und dann? Hat dieses Jugendamt andere Jugendämter über seine Erkenntnisse informiert? Keinesfalls. In der Einrichtung ging es weiter schlimm zu. Als ich fast alle niedersächsischen Jugendämter darüber informierte, fiel der Mantel des Schweigens noch tiefer. Bis die Einrichtung eine neue Geschäftsführung bekam, die sogleich den Leiter entließ. Drei Jahre später wurde die Einrichtung geschlossen. Von der Geschäftsführung, nicht auf Initiative eines Jugendamtes.

Jugendämter haben einen schlechten Ruf. Zu Recht! Um die Qualifikation der Gutachter, die sehr zu wünschen übrig lässt, kümmert sich gerade das Bundesjustizministerium.

Heinz-Peter Tjaden, 1. Januar 2017

Jugendamt als Feind

Die Jugendämter könnten auf mehr Partner zurückgreifen mit Einrichtungen, die den Familien Hilfe bieten. Und dennoch bleibe es ein schmaler Grat, auf dem sich die Jugendämter bewegen, wenn das Kindswohl die Messlatte ist. Renate Stöver hat dann durchaus Verständnis, dass das Jugendamt als Feind gesehen wird, der Druck macht: „Oft sind die Beziehungen der Eltern nicht geklärt. Es ist eine Zeit voller Verletzungen, und dann kommt jemand von außen, moderiert und will Vereinbarungen treffen.“

Westfalenpost, 17. Januar 2017

Warum äußert Jugendamt falschen Verdacht?

Die Staatsanwaltschaft Trier hat nach dem Brand im Trierer Jugendamt im Oktober vergangenen Jahres gegen zwei aus Trier stammende Tatverdächtige, einen 25- jährigen Mann und einen 16-jährigen Jugendlichen, Anklage wegen Brandstiftung und Diebstahls erhoben.

Volksfreund Trier, 22. Februar 2017

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jugendamt

Die Staatsanwaltschaft ermittelt angeblich gegen eine Mitarbeiterin des Jugendamtes in Porta Westfalica. Es geht um den Tod eines kleinen Jungen vor fast zwei Jahren in einer privaten Kita in Veltheim. Das Westfalenblatt schreibt, es werde geprüft, ob Jugendamt und auch Bauamt gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hätten.

Radio Westfalica, 2. März 2017

Sechs Monate für Hungertod

„Hätten Sie die Kinder angeschaut, wäre der Tod nicht eingetreten.“ So hatte es Amtsrichter Ralf Fischer der Mitarbeiterin des Jugendamtes im sauerländischen Winterberg klar gemacht. Jetzt muss die 29-Jährige mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe für die Mitschuld am Tod des kleinen Anakin und am Hungerleiden seiner noch kleineren Schwester bezahlen. Das Mädchen war in letzter Minute von Ärzten gerettet worden.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 5. Mai 2017

Protokoll einer Familienhelferin

Seit einiger Zeit mache ich meine Arbeit mit den vom Jugendamt vermittelten Familien immer leidenschaftsloser. Es ist schwierig für mich, mit Menschen zu arbeiten, von denen ich meine, sie müssten sich dringend ändern, die dann aber doch so bleiben, wie sie sind. Ich habe mich innerlich abgewendet und bin gleichgültig geworden. Ich sitze meine Zeit ab und unterhalte mich nur noch über Belanglosigkeiten wie: "Hausaufgaben gemacht oder nicht". Gleichzeitig tauchen abwertende Gedanken auf: "Wie die schon redet. Wie die aussieht. Wie blöd die ist!"

Die Zeit, 12. Mai 2017


Jugendamtsmitarbeiter medizinisch schulen

Jeden dritten Tag stirbt ein Kind an den Folgen von Misshandlungen: 2016 wurden auf diesem Weg 133 Kinder getötet, (2015: 130 Fälle), in 78 Fällen blieb es im vergangenen Jahr bei einem Tötungsversuch. Das geht aus der Kriminalstatistik 2016 hervor.

Die Zahlen belegen nach Ansicht des Deutschen Kindervereins in Essen, dass körperliche und psychische Kindesmisshandlung nach wie vor Alltag in Deutschland ist. Daher fordert der Deutsche Kinderverein gemeinsam mit den Rechtsmedizinern der Charité eine gesetzlich gebundene rechtsmedizinische Schulung von Mitarbeitern des Jugendamtes.

Ärztezeitung, 12. Juni 2017

Harsche Kritik

Nicht nur ich habe offenbar mehr als üble Erfahrungen mit dem Wilhelmshavener Jugendamt gemacht, im Netz hagelt es Kritik, die bei google immer höher rückt. Ich lese diese Kommentare zum ersten Mal. Sie auch?

Das Jugendamt, 30. Juni 2017

Statistik der bayerischen Jugendämter

Die bayerischen Jugendämter haben im vergangenen Jahr in 14.755 Fällen überprüft, ob das Wohl von Kindern oder Jugendlichen in Gefahr war. In 2.198 Fällen dieser Gefährdungseinschätzungen lag tatsächlich eine akute Kindeswohlgefährdung vor, in 2.783 eine latente, bei 5.386 weiteren Einschätzungen wurde zwar keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber ein Hilfebedarf, wie das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung am Montag (3. Juli) in Fürth mitteilte. In 4.388 Fällen wurden weder Kindeswohlgefährdung noch Hilfebedarf festgestellt.

In Franken, 3. Juli 2017

Jugendamt liest mit

Aus spontanem Unmut heraus beklagt sich eine Mutter auf Facebook darüber, wie ihr Freund ihr kleines Kind behandelt. Nach einer anonymen Anzeige setzt sich der gesamte Staatsapparat in Bewegung. Der Mutter wurde das zwei Monate alte Baby weggenommen. Jetzt wehren sich die Eltern vor Gericht.

Schaumburger Zeitung, 7. August 2017

Weitere Zunahme bei Inobhutnahme

Mehr als 84.000 Kinder und Jugendliche sind im vergangenen Jahr vom Jugendamt in Obhut genommen worden – eine deutliche Zunahme. Das liegt nicht nur an den vielen minderjährigen Flüchtlingen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. August 2017

Ärger mit dem Jugendamt

Leon ist Erstklässler und verhaltensauffällig. Seine Mutter hat für ihn einen Schulbegleiter beantragt, doch das ist, trotz ärztlichem Gutachten, nicht einfach gewesen. „So kann Inklusion nicht funktionieren“, sagt Carl Gundlach, Leiter der Grundschule Auetal.

Schaumburger Zeitung, 7. September 2017

Mit Marks- und Engels-Zungen

Stimmt. Die Betreff-Zeile, sehr geehrte Frau Caren Marks, habe ich bei Wolf Biermann gestohlen. Mit dem ziemlich unrühmlichen Auftritt dieses Liedermachers im Deutschen Bundestag möchte ich mich aber nicht beschäftigen. Mein Thema ist seit 2008 die ziemlich unrühmliche Arbeit vieler deutscher Jugendämter. 

Ich berate seit dieser Zeit ehrenamtlich und unentgeltlich Mütter, Väter und Eltern, die Ärger mit Jugendämtern haben und erleben müssen, dass schon nach kurzer Zeit nicht mehr das Kindeswohl im Vordergrund steht, sondern ein Aktenzeichen, hinter dem Kinder versteckt werden.

Hier weiterlesen Burgdorfer Kreisblatt, 13. September 2017


Jugendamts-Versagen bei Sekte?

Haben Behörden, die in den 1980er und 1990er Jahren mehrfach mit der Glaubensgruppe zu tun hatten, Fehler gemacht oder gar versagt? Diese Frage drängt sich auf. Neben Ermittlern und dem Notarzt, der den Tod von Jan H. feststellte, war das Hanauer Jugendamt mit Mitgliedern der mutmaßlichen Sekte befasst. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau hatte das Amt mit mehreren Jugendlichen, die in der Gruppe sowie in ihrem Umfeld aufgewachsen sind, Kontakt und führte Gespräche. Ein Teil der jungen Leute war durch Delikte auffällig geworden.

Frankfurter Rundschau, 20. September 2017


Jugendamt kennt Familie

Auch dem Jugendamt war die Familie aus Pakistan bekannt. Die Behörden bestätigen: Seit mehr als einem Jahr habe es eine engmaschige Betreuung gegeben. Intern werde der Fall jetzt auf eventuelle Versäumnisse hin geprüft. Laut Polizei hatte die Frau mehrmals häusliche Gewalt angezeigt, aber den Mann später wieder aufgenommen. Keine Seltenheit, sagt Kristina Erichsten-Kruse, die stellvertretende Vorsitzende des Opferverbandes Weißer Ring Hamburg. "Manchmal wird von der Familie Druck ausgeübt, manchmal vom Partner. Und die Frauen wollen glauben, dass alles wieder in Ordnung kommen kann", sagt Erichsten-Kruse. Der Weiße Ring betreut die Mutter. Sie sei völlig zusammengebrochen, werde von Angehörigen unterstützt. Man wolle ihr helfen, mit der Trauer und den Schuldgefühlen umzugehen.

MDR, 25. Oktober 2017

Schwere Vorwürfe

Die Jugendämter in Neuss und Kaarst mussten sich einiges anhören in den vergangenen Wochen. Vor allem in den sozialen Medien wurde nach dem Tod des elf Jahre alten Jörg F. aus Weckhoven, der misshandelt worden war und seinen schweren Verletzungen letztlich erlag, ausgeteilt. Von "Versagen" ist teilweise die Rede. Oder dass nun "Köpfe rollen" müssten. Man wolle die Situation kritisch analysieren, hieß es aus den Verwaltungen, nachdem öffentlich wurde, dass der Onkel, bei dem der Junge zehn Wochen lang wohnte, geständig ist, seinem Neffen die Verletzungen zugefügt zu haben. Doch hätte dieses schreckliche Ereignis seitens der Ämter überhaupt verhindert werden können?

Rheinische Post, 26. Oktober 2017

Jugendamtsmitarbeiterin als Geisel

Der 28-Jährige, der seit heute Früh eine Angestellte des Jugendamtes in Pfaffenhofen in seiner Gewalt hatte, ist festgenommen worden. Laut Polizei wurde der Mann überwältigt. Um die leicht verletzte 31-jährige Sachbearbeiterin kümmert sich ein Arzt.

Bayerischer Rundfunk, 6. November 2017

Was darf ein Vater wissen?

Zunächst wollte Holger Müller allgemein Auskunft über die gesundheitliche Situation des Kindes. Das Amtsgericht wies den Antrag zurück. Auf Müllers Beschwerde verpflichtete das Oberlandesgericht den Ergänzungspfleger, dem Vater Auskunft über die Diagnose, die zur psychotherapeutischen Therapie führte, zu erteilen. Auch über Art und Umfang der Therapie sollte er informiert werden. Das Jugendamt legte Rechtsbeschwerde ein und hatte Erfolg. Der Bundesgerichtshof hob den Beschluss auf und wies die Sache an das Oberlandesgericht zurück.

Anwalt, 19. November 2017

Heimnachrichten 2017

Ermittlungsverfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft schließt die Akten: Die Ermittlungsverfahren gegen Betreiber und Mitarbeiter eines privaten Kinder- und Jugendheims in Salchendorf stehen vor der Einstellung. „Es hat keine konkreten Hinweise auf Straftaten gegeben“, sagt Patrick Baron von Grotthuss, Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen. Teilweise ging es in den Strafanzeigen auch um schon länger zurückliegende Vorfälle, die bereits verjährt wären. Gegen die Einstellung der Verfahren können die Anzeigenerstatter Beschwerde einlegen.

Westfalenpost, 11. Januar 2017

Alpträume kehren zurück

Als sie Anfang des Jahres das Bild vom Kinderheim im Schloss Molsdorf in unserer Zeitung sah, seien ihre Erinnerungen erwacht, schrieb uns eine Leserin. Auch ihre Albträume kehrten zurück.

Thüringer Allgemeine, 26. Januar 2017

Zehnjährige reißen aus

Die beiden Kinder waren augenscheinlich ohne Begleitung von Erwachsenen auf dem Bahnhofsvorplatz unterwegs. Ein Junge ergriff beim Anblick der Polizisten die Flucht. Vermutlich war es sein schlechtes Gewissen, da beide aus einem Düsseldorfer Kinderheim abgehauen waren.

Kölner Stadtanzeiger, 2. Februar 2017


Tür aufgebrochen
Ein Großvater und eine Großmutter brechen in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (TG, bis 2012 Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg, dann Step gGmbH Hannover, 2014 geschlossen) eine Tür auf, ihre Enkelin sitzt allein mit Fieber und Schüttelfrost in einem Zimmer, dort gibt es nur eine Isomatte und eine Decke für den Schlafplatz.
Hier weiterlesen, 9. Februar 2017

Licht ins Medikamenten-Dunkel

In den 50er und 60er Jahren sollen Medikamente in Kinderheimen erprobt worden sein, ohne die Betroffenen nach einer Einwilligung zu fragen. Auch an der Universität Gießen könnte es solche Versuche gegeben haben. Volker Roelcke, Professor für Geschichte der Medizin, ist von der Uni beauftragt worden, Licht ins Dunkel zu bringen.

Frankfurter Rundschau, 9. Februar 2017

Medikamententests als Ausschussthema

Der Verdacht auf umfangreiche Medikamententests an Heimkindern vor Jahrzehnten in Hessen hat Ende vergangener Woche den Sozialausschuss des Landtags in Wiesbaden beschäftigt. Gehört wurde unter anderem die Pharmazeutin Sylvia Wagner, die bei ihren Forschungen auf entsprechende Hinweise gestoßen war.

Deutsche Apothekerzeitung, 13. März 2017

Aufenthaltsdauer entscheidend

Die Forscher schlussfolgern, dass Vernachlässigung nicht zwangsläufig zu seelischen Narben führt. Die Dauer ist entscheidend. Manche der rumänischen Kinder waren bis zu 43 Monate im Heim gewesen, bevor britische Paare sie adoptierten. Bei ihnen zeigten sich Züge von Autismus, andere waren hyperaktiv, fielen durch soziale Anpassungsschwierigkeiten auf und alle erreichten insgesamt ein niedrigeres Bildungsniveau.

Paradisi, 15. März 2017

Späte Hilfe für Heimopfer

Opfer der erschreckenden Missstände in deutschen Kinderheimen und Psychiatrien zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren leiden bis heute unter dieser Zeit. So wie in Schleswig, wo NDR Recherchen unter anderem folgenschwere Medikamentenversuche im ehemaligen Landeskrankenhaus ans Licht brachten. Bund, Länder und Kirchen wollen das Geschehene nun in einer gemeinsamen Stiftung aufarbeiten und den Betroffenen helfen. Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) hat am Mittwoch in Neumünster eine Anlauf- und Beratungsstelle für damalige Opfer eröffnet.

NDR, 29. März 2017

Enormer Gesprächsbedarf

„Wir wollen Impulse geben. Es gibt enormen Gesprächsbedarf“, sagte Dr. Wiebke Janssen, Leiterin des Dokumentationszentrums des Bürgerkomitees Magdeburg. Das ist Auftakt und Resümee einer Veranstaltung rund um das Thema „Heimkinder“, zu der gut 70 Betroffene und Interessierte jüngst in den Räumen der Gedenkstätte am Moritzplatz in Magdeburg zusammenkamen. Heimkinder in der DDR und in der alten Bundesrepublik haben oft im Ergebnis ähnliche Demütigungen, Missbräuche, Diskriminierungen und Ausbeutung erlitten, obwohl die politischen Systeme sehr unterschiedlich waren.

Volksstimme, 6. April 2017

Missbrauch in evangelischem Kinderheim

Nach einem Aufruf des Kirchenkreises Hamburg-Ost im Oktober haben sich mehrere ehemalige Bewohner des evangelischen Kinderheimes gemeldet, in dem in den 80er-Jahren mehrere Kinder sexuelle missbraucht worden sein sollen. Die Aussagen seien schlüssig und glaubwürdig, erklärte Pröpstin Ulrike Murrmann am Donnerstag. Die Gespräche mit den Personen stünden erst am Anfang. Es habe sich aber gezeigt, so Pröpstin Murmann, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Nun werde nach weiteren Zeitzeugen gesucht.

Welt N24, 4. Mai 2017

Immer mehr Heimkinder

Die Zahl der in Kinderheimen und anderen Fürsorgeeinrichtungen untergekommenen Heranwachsenden ist in Sachsen-Anhalt stark gestiegen. 2016 waren mehr als 2800 Plätze belegt, wie eine Sprecherin des Landesverwaltungsamts sagte. 2013 waren es nur knapp 2150.

Mitteldeutsche Zeitung, 25. Mai 2017

Kindersex im Heim

Mindestens 20-mal soll ein heute 20-jähriger ehemaliger Bewohner eines christlichen Kinderheimes in Murrhardt Geschlechtsverkehr mit einem damals Zwölfjährigen gehabt haben. Der Jüngere wohnte ebenfalls in dem Heim.

Winnender Zeitung, 26. Mai 2017

Erinnerungen an Heim-Kindheit

Für den heute 76-jährigen Helmut Liske war der Rundgang durch die Räume des Kinder- und Jugendheims eine emotionale Angelegenheit. Unmittelbar nach Gründung der Einrichtung im Jahr 1947 zählte der damals sechsjährige Junge zu den ersten Bewohnern. Die Umstände waren dramatisch: „Wir stammten aus Schlesien und mussten vor dem Krieg fliehen. In Chemnitz wurde unser Zug bombardiert, meine Mutter starb dabei. Mein Vater galt schon längere Zeit als vermisst“.

Ostthüringer Zeitung, 20. Juni 2017

Prügelnde Ordensschwestern

Im Kinderheim Steig in Appenzell Innerrhoden wurden Kinder zwischen 1945 und 1984 von Ordensschwestern zum Teil exzessiv körperlich bestraft. Auch sexueller Missbrauch soll im Heim passiert sein. Nun hat die Kantonsregierung die Opfer um Entschuldigung gebeten.

Neue Zürcher Zeitung, 3. Juli 2017

Schlimme Erfahrungen

„Kinderheim“ sei doch eigentlich aus zwei positiven Wörtern zusammengesetzt, sagte der Rheinfelder Hobbyhistoriker Jost Baier in seiner Begrüßung zum Vortrag mit Zeitzeugen im Rahmen der Ausstellung „Verwahrlost und gefährdet?“ im neuen Schauraum der Tourist-Info Rheinfelden. Im Publikum saßen zahlreiche ehemalige Bewohner des Evangelischen Kinderheims in Schloss Beuggen, die es besser wussten.

Südkurier, 18. Juli 2017 

Deeskalation eine wichtige Aufgabe

Auch Gewalt ist in den Jugendheimen ein Thema. „Die allermeisten unserer Betreuten haben wenig soziale Fähigkeiten, um ihren Stress und ihren Frust verbal zu kommunizieren“, erklärt Helenenberg-Leiterin Schmitz. Daher gehöre die Pädagogik zur Deeskalation zu den wichtigsten Aufgaben der Betreuung. Die Jugendlichen könnten so lernen, emotionale Verletzungen mit Worten und nicht mit der Faust zum Ausdruck zu bringen.

Mannheim 24, 19. Juli 2017 

Krefelderin läuft für Kinderrechte bis nach Berlin

Das war ein Heim für Mädchen; ich war eine Sinti; vielleicht lag es auch daran, dass ich die Neue war. Jedenfalls haben die anderen Mädchen mir das Leben zur Hölle gemacht, mich gequält. Ich hab es nicht mehr ausgehalten und bin weggelaufen.

Rheinische Post, 24. Juli 2017

Panzer als Schutz

Soost entstand aus einer Affäre, sein eigener Vater wollte nichts von ihm wissen, seine Mutter wurde nach der Scheidung von ihrem Ehemann manisch-depressiv. Um den kleinen Detlef und seine Halbschwester Evelyn konnte sie sich nicht kümmern. Also musste der damals Vierjährige ins Heim, wo er elf Jahre lang blieb: "Ich hab mir damals einen dicken Panzer als Schutz aufgebaut, um nicht an ihrem Desinteresse kaputtzugehen."

t-online, 31. Juli 2017

Ermittlungen gegen Kinderheim Silz eingestellt

Die durchgeführten Ermittlungen haben keine Beweise dafür ergeben, dass Mitarbeiter und Verantwortliche des Kinderheims Silz Straftaten zum Nachteil von Heimbewohnern begangen haben. Die Verfahren wurden deshalb nach § 170 Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt. Ein Teil der vorgebrachten Vorwürfe – wie etwa, dass ein Kind die Treppe heruntergetreten worden sei oder ein Erzieher sich zur Fixierung auf ein am Boden liegendes Kind gekniet hätte – hat sich bereits deshalb nicht bestätigt, weil einige der mutmaßlich Geschädigten im Rahmen ihrer Vernehmung in Abrede stellten, dass es zu den vorgebrachten Geschehnissen gekommen sei.

Metropolnews, 7. August 2017

Ausstellungsthema Kinderheime

Welche Spuren haben die Erfahrungen in den Kinderheimen bei ehemaligen Heimkindern zwischen 1949 und 1975 hinterlassen? Das ZfP Südwürttemberg und das Institut für Soziale Berufe Ravensburg suchen in der Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg nach Antworten auf diese und weitere Fragen, ist einer Pressemitteilung zu entnehmen. Seit 10. August bis 18. Oktober gibt die Ausstellung im Zentralgebäude des ZfP Südwürttemberg in Weißenau Einblicke in die Institutionen der damaligen Zeit.

Schwäbische Zeitung, 16. August 2017

Wiedersehen nach 72 Jahren

In den Kriegswirren verlieren die beiden sich aus den Augen. Sie flüchtet im November 1944 aus Ostpreußen nach Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern, er landet mit zwei Jahren mit einem Kindertransport im Erzgebirge und durchlebt fortan eine Odyssee durch Kinderheime und Krankenhäuser, kommt schließlich bei einer Pflegefamilie unter.

Frankfurter Rundschau, 30. August 2017

Das Schicksal der jüdischen Schüler

Die Situation für die Juden und somit auch für die ehemaligen Schüler auf dem Foto ändert sich schlagartig mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Auch der Boykott der jüdischen Geschäfte beginnt. Mit dem Reichsparteitag 1935 verschärft sich die Situation. Es gibt offene Angriffe gegen die jüdischen Mitbürger. Die Eltern reagieren, indem sie versuchen, ihre Kinder in die Anonymität von Großstädten zu bringen, sie im sicheren Hort eines Kinderheimes oder Internates unterzubringen.

Augsburger Allgemeine, 5. September 2017

Stille Schreie ehemaliger DDR-Heimkinder

„Die stillen Schreie ehemaliger Heimkinder der DDR“ - schon der Arbeitstitel zeigt, es ist kein einfaches Projekt, dem sich Jana Franziska Schmidt im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes in der Stadtverwaltung Jena widmet.

Focus, 12. September 2017


Drohung mit Gewalt
Ein größeres Polizeiaufgebot hat am Donnerstagabend ein 15 Jahre alter Bewohner eines Kinderheimes in Büchlberg (Landkreis Passau) auf den Plan gerufen. Der Heranwachsende kündigte sich und anderen gegenüber Gewalttätigkeiten an. Er wurde in ein Bezirkskrankenhaus zur weiteren Behandlung eingeliefert. Die Kripo Passau hat die Ermittlungen übernommen.
Der 15-Jährige kündigte die Gewalttätigkeiten gegenüber einer Bediensteten gegen 21.15 Uhr an. Daraufhin wurde die Polizei verständigt. Die Beamten der Polizeiinspektion Passau konnten den jungen Mann in der Einrichtung widerstandslos in Gewahrsam nehmen. Bei seiner Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte keine Waffen oder andere gefährliche Gegenstände. Da er sich offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand, wurde er in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert.

22. September 2017

Religiöse Gewalt

Wer die Worte Kinderheim und Nachkriegszeit hört, ist mittlerweile alarmiert. Unverzüglich stehen Fragen nach der Prügelstrafe, sexuellem Missbrauch oder – weil sich die meisten Heime in konfessioneller Trägerschaft befanden – religiöser Gewalt im Raum.

Stuttgarter Nachrichten, 15. Oktober 2017

Heimkinder gequält

Die Vorwürfe sind gewaltig: Führungskräfte und Mitarbeiter einer intensivpädagogischen Einrichtung in Niedersachsen sollen dafür verantwortlich gewesen sein, dass Jugendliche dort zur Strafe tagelang in Zimmern eingesperrt wurden. Laut Anklage sollen Betreuer die Bewohner auch mit Schlägen und Tritten verletzt haben. Nun wird den drei Männern und einer Frau der Prozess gemacht.

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 17. Oktober 2017


Haasenburg: Verhandlungstermin aufgehoben

Der Termin für die Verhandlung über die Betriebserlaubnis der Haasenburg-Erziehungsheime ist aufgehoben. Als Grund nannte das Verwaltungsgericht Cottbus am Donnerstag weitere Sachaufklärung, die noch erfolgen müsse. Eigentlich war der Verhandlungsbeginn für den 23. November geplant. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest, heißt es. 2013 waren Vorwürfe gegen Betreuer laut geworden, sie hätten Heimbewohner drangsaliert und gedemütigt. Ende 2013 mussten die Haasenburg-Heime für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche auf Weisung der damaligen Jugendministerin Martina Münch (SPD) schließen. Der Betreiber klagte gegen den Entzug der Betriebserlaubnis.